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Wild- und Gartenkräuter trocknen

Trocknen ist eine Konservierungsmethode, um Blätter, Blüten, Knospen oder gesamte Pflanzen für lange Zeit haltbar zu machen. Beim Trocknen werden somit Wild- und Gartenkräuter für spätere Zeitpunkte, beispielsweise für die vegetationslose Zeit des Jahres (Winter), verfügbar gemacht.



Doch bevor die wichtigsten Tipps & Tricks zum optimalen Trocknen von (Wild-)Kräutern verraten werden, wird der optimale Sammelzeitpunkt genau unter die Lupe genommen. Denn Pflanzen, die zum optimalen Zeitpunkt gesammelt werden, ergeben eine aromatisch und farblich intensive Trockenware – somit ist der Sammelzeitpunkt die halbe Miete.



SAMMELZEITPUNKT

Wild- und Gartenkräuter sollen grundsätzlich an warmen Tagen in den späten Vormittagsstunden bis zur Mittagszeit, wenn der Morgentau abgetrocknet ist, gesammelt werden. An den vorherigen Tagen sollte es besser nicht geregnet haben, denn Regen führt zu einem kurzzeitigen Abfall der Pflanzeninhaltsstoffe und zu einem erhöhten Gehalt an Wasser in den Pflanzen. Der erhöhte Wassergehalt würde die Trocknung verlängern.


Wildkräuter bzw. einzelne Pflanzenteile sollen zum Höchststand ihrer Entwicklung gesammelt werden. Je nach Pflanzenteilen variiert dieser Zeitpunkt:

  • Blätter: kurz vor Beginn der Blüte ernten

  • Blüten: bei beginnender Blüte und Vollblüte sammeln

  • Früchte & Samen: bei Vollreife

  • Knospen: im Frühjahr, bevor die Pflanze zu blühen beginnt



SAMMELN IST VOR DEM TROCKNEN

Nachdem Wild- und Gartenkräuter gesammelt wurden, werden sie für die Trocknung optimal vorbereitet:


Die gesammelten Pflanzen werden ausgebreitet, sortiert und auf Fremdkörper kontrolliert. Staubige oder schmutzige Pflanzen sollen nicht getrocknet und anschließend verwendet werden.


Oft wurden unabsichtlich kleine Insekten auf den gesammelten Kräutern mit nach Hause genommen. Um den Insekten die Möglichkeit zu geben wieder zurück in die Natur zu entfliehen, einfach ein Küchentuch über die gesammelten Kräuter legen und die Insekten krabbeln nach kurzer Zeit von alleine hervor, da sie die Dunkelheit nicht mögen.


Die verlesenen Wildkräuter sollten vor dem Trocknen nicht gewaschen werden. Denn das würde (wie beim Regen) die Dauer der Trocknung verlängern und etwaige Aroma- und Inhaltsstoffe verwässern.



TROCKNEN

Sind die gesammelten Wild- und Gartenkräuter optimal vorbereitet, werden sie zum Trocknen aufgelegt oder aufgehängt – folgende Verfahren stehen zur Auswahl:

  • flach ausgebreitet auf Matten, Papier, Trockengestellen oder Tücher: dabei ist zu beachten, dass das Pflanzenmaterial möglichst wenig aufeinander liegt.

  • gebündelt und kopfüber aufgehängt: dabei ist darauf zu achten, dass die Sträußchen locker gebunden sind, sodass die Feuchtigkeit aus der Mitte des Bündels auch schnell entweichen kann.

  • Dörrgerät: dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass bei Pflanzen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen die Temperatur unter 30 Grad bleibt.

Sind die Wildkräuter aufgelegt bzw. Sträußchen gebündelt, werden sie an einem, schattigen und zugigen Ort platziert.



WANN SIND DIE KRÄUTER FERTIG GETROCKNET?

Die Dauer des Trocknens hängt vom Wassergehalt der jeweiligen Pflanze bzw. Pflanzenteil ab. In der Regel können 4-5 Tage ausreichen. Die Wildkräuter sind vollständig getrocknet, wenn sie beim Durchmischen mit der Hand „rascheln“ und beim Versuch getrocknetes Pflanzenmaterial zu biegen brechen.


WAS GENAU PASSIERT BEIM TROCKNEN?

Beim Trocknen von (Wild-)kräutern wird verhindert, dass Fermente in und auf den Pflanzen die Inhaltsstoffe der Pflanzen abbauen oder umwandeln. Gelichzeitig wird Bakterien und Pilzen, die die Pflanze zersetzten könnten, die Lebensgrundlage genommen.


IST ES SCHIEF GELAUFEN?

Oft gibt man sich beim Sammeln und Trocknen viel Mühe, erledigt die einzelnen Arbeitsschritte mit Sorgfalt und doch ist die Trockenware nicht so wie erwünscht. Bei einigen Pflanzen werden die einstigen Farben der Pflanzen nicht einfach matter und blasser, sondern verfärben sich in eine ganz andere Farbe.


Beim Spitzwegerich ist dies der Fall – die Farbe der Blätter verändert sich während der Trocknung vom einstigen saftigen Grün in ein Braun. Das liegt an Inhaltsstoffen (Aucubine, Phenole) im Pflanzenmaterial.


Ebenso verändert sich das intensive Goldgelb der Blüten des echten Labkrauts während der Trocknung in ein dunkles Braun oder sogar Schwarz.