Suche

frische & frühlingshafte Naturkosmetik mit Vogelmiere


Im Frühling ist die Freude besonders groß, wenn Wildkräuter wieder zum Vorschein treten und als frischer, wilder und grüner Bestandteil unserer Nahrung auf den Tellern landen. Auch die Haut erfreut sich an frischen Zutaten in der Naturkosmetik als nahrhaftes und grünes „Futter“.


Die Haut als unser größtes Organ kann genauso Inhaltsstoffe verschiedenster Pflanzen, die in Naturkosmetik verarbeitet sind, aufnehmen und an unseren Körper weitergeben. Allein deshalb sollte unserer Haut nur das zugeführt werden, das sowohl auf die Haut als auch auf unseren Körper positiv wirken. Als „Futter“ für unsere Haut eignen sich einige charakteristische Wildkräuter des Frühlings.


Zwei der frühlingshaften Wildkräuter – die Vogelmiere und das Gänseblümchen – werden nachfolgend näher beleuchtet:


Vogelmiere (Stellaria media)

Nicht nur von Menschen wird die Vogelmiere, auch Hühnerdarm genannt, gerne genutzt, sondern auch von Vögeln – daher stammt vermutlich auch ihr Name.


Typisch für die Vogelmiere sind ihre niederliegenden und selten aufsteigenden Triebe, die auch schon mal einen dichten Teppich bilden können. Dadurch bedecken sie in kurzer Zeit einiges an Fläche. Zwischen den gegenständig angeordneten eiförmigen Blättern sitzen in den Blattachseln ungefähr 5 mm große weiße Blüten. Besonders wohl fühlt sich die Vogelmiere an stickstoffreichen Standorten, wie Gartenbeete, Äcker und Blumentröge.


Die Vogelmiere ist ein wahres Kraftpaket. Neben einem hohen Gehalt an Mineralien, Vitamin A, B und C enthält sie das Spurenelement Selen. Neben vielen weiteren Inhaltsstoffen sind vor allem noch die Saponine, Schleimstoffe und Flavonoide zu nennen. Innerlich kann sie vor allem bei Erkrankungen der Atemwege und zur Kräftigung des gesamten Organismus eingesetzt werden. Äußerlich angewandt, soll sie entzündungshemmende, hautklärende und wundheilende Wirkung haben und kann daher bei Hautausschlägen, Verbrennungen und kleinen Wunden der Haut zugeführt werden.


Gänseblümchen (Bellis perennis)

Das kleine Gänseblümchen ist dafür bekannt, dass es sich immer wieder aufrichtet, egal wie oft drauf getreten oder getrammpelt wird. Mit so einer Widerstandskraft soll es auch wirken.


Aus einer am Grund liegenden Rosette mit wintergrünen spatelförmig bis verkehrt-eiförmigen kurz gestielten Blättern, ragen blattlose Stängel mit jeweils einer Blüte. Die 1 bis 3 cm breiten Blüten bestehen aus gelben Röhrenblüten in der Mitte und rings herum angeordneten weißen bis rosaroten Zungenblüten. Zu finden ist das Gänseblümchen vor allem in Grünlandgesellschaften, wie zum Beispiel Rasen von Hausgärten und Parks, sowie Wiesen und Weiden.


Auch das Gänseblümchen ist voller wertvoller Inhaltsstoffe. Es ist reich an Mineralstoffen, Vitamin A und C. Außerdem enthält es ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Saponine, Schleimstoffe und Inulin. Innerlich angewandt kann das Gänseblümchen unter anderem den Stoffwechsel anregen und die Blutbildung fördern. Volkstümlich wird es auch bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Neueren Studien zufolge soll das Gänseblümchen dabei helfen Krebs vorzubeugen. Äußerlich angewandt wirkt es entzündungshemmend auf die Haut und kann bei Akne, Hauirritationen, Ekzemen und kleinen Wunden eingesetzt werden.


Die positiven Wirkungen auf die Haut der beiden vorgestellten Pflanzen sollen in den nachfolgend vorgestellten Rezepten zur Anwendung gebracht werden.



Vogelmiere-Aloe-Gesichtsreinigung

Die hautklärende und entzündungshemmende Wirkung der Vogelmiere wird hier durch den feuchtigkeitsspendenden und regenerierenden Effekt der Aloe Vera ergänzt.

Zutaten:

  • eine Handvoll sauber geputzte & frische Vogelmiere

  • 2 ca. 12 cm lange Blätter der Aloe Vera

  • 20 g Olivenöl

  • ein Schuss Leitungswasser


Zubereitung:

Alle Bestanteile werden gemeinsam in einem Zerkleinerer oder Standmixer ganz fein gemixt. Anschließend wird die Masse in ein ganz feines Sieb gegossen, um die gröberen Bestandteile herauszufiltern. Die verbleibende und gefilterte Flüssigkeit kann nun in ein sauberes kleineres Fläschchen gefüllt werden und schon ist die Gesichtsreinigung fertig.


Anwendung:

Mit einem Schwämmchen kann die Vogelmiere-Aloe-Gesichtsreinigung in kreisenden Bewegungen auf die feuchte Haut aufgetragen und anschließend mit warmem Wasser abgespült werden.


Good to know:

Bei diesem Rezept werden die Pflanzenteile roh verarbeitet und keinerlei natürliche Konservierungsmittel (z.B.: Alkohol) beigesetzt. Dementsprechend ist die Haltbarkeit von roher Naturkosmetik eher kurz. Aus diesem Grund sollte rohe Naturkosmetik immer in kleinen Mengen hergestellt werden, die innerhalb einer Woche aufgebraucht werden können.



Vogelmiere-Creme

Neben der Vogelmiere ist in diesem Rezept pflegendes Olivenöl und reichhaltige Olivenbutter verarbeitet. Dies gibt der Haut eine Extraportion an Pflege und lässt die Creme gut und tief in die Haut einziehen.

Zutaten:

  • 50 g Ölauszug der Vogelmiere

  • 20 g Olivenbutter

  • 10 g Bienenwachs


Zubereitung:

Als Erstes wird ein warmer Ölauszug hergestellt. Dafür werden rd. 15 g (abgewelkte) Triebe der Vogelmiere gemeinsam mit rd. 70 g Olivenöl in ein hitzebeständiges Glasgefäß gegeben und in einem Wasserbad auf 60 bis 70 Grad erwärmt. Die Temperatur sollte über 10 bis 15 Minuten gehalten werden. Anschließend wird der Ölauszug mittels Kaffeefilter oder feinem Sieb abgeseiht. Nun das Bienenwachs zum Ölauszug geben, nochmals im Wasserbad erwärmen und dabei stätig umrühren, bis das Wachs geschmolzen ist. Anschließend das Gefäß aus dem Wasserbad nehmen und die Olivenbutter einrühren. Jetzt wird die Creme solange gerührt, bis sie auf Handwärme abgekühlt ist. Danach kann die Creme in einen sauberen Tiegel gefüllt werden und ohne Deckel vollständig auskühlen.


Anwendung:

Die Vogelmiere-Creme eignet sich als reichhaltige Pflege für das Gesicht oder für trockene und rissige Hände.



Gänseblümchen-Vogelmiere-Salbe

Dieses Rezept vereint die wundheilende und entzündungshemmende Wirkung beider Pflanzen. Sowohl das Gänseblümchen als auch die Vogelmiere sind Ersthelfer, wenn es um kleine Wehwechen geht.

Zutaten:

  • 30 g Ölauszug von Vogelmiere und Gänseblümchen

  • 3 g Bienenwachs


Zubereitung:

Auch hier wird als Erstes ein warmer Ölauszug hergestellt. Dafür werden rd. 8 g (abgewelkte) Gänseblümchenblüten und Triebe der Vogelmiere gemeinsam mit rd. 40 g Sonnenblumenöl in ein hitzebeständiges Glasgefäß gegeben und in einem Wasserbad auf 60 bis 70 Grad erwärmt. Die Temperatur sollte über 10 bis 15 Minuten gehalten werden. Anschließend wird der Ölauszug abgeseiht (z.B.: Kaffeefilter oder feines Sieb). Nun das Bienenwachs zum Ölauszug geben und nochmals im Wasserbad erwärmen und dabei stätig umrühren, bis das Bienenwachs ganz geschmolzen ist. Anschließend kann die Masse in die vorbereiteten und sauberen Tiegel gefüllt werden. Auch hier sollte die Salbe unverschlossen vollständig auskühlen.


Anwendung:

Bei kleinen Wunden kann die Salbe als erst Hilfe eingesetzt werden.



Zwei kleine Hinweise bevor die Rezepte nachgerührt werden

  • Vor der Herstellung von Naturkosmetik sind alle verwendeten Utensilien und Arbeitsflächen mit Alkohol oder heißem Wasser zu reinigen.

  • Vor der Anwendung sollte die Probe aufs Exempel gemacht werden. D.h. es sollte vorab getestet werden, ob die Haut die selbst hergestellte Naturkosmetik verträgt. Dafür wird in der Ellbogenbeuge die Creme o.Ä. aufgetragen und 24 Stunden beobachtet, ob Hautirritationen (z.B.: Rötungen) auftreten. Sollte dies der Fall sein, bitte nicht weiter verwenden.


Viel Freunde beim Ausprobieren!



P.S.: Leider ist aus technischen Gründen die Kommentarfunktion bei den Beiträgen momentan deaktiviert. Sollten Fragen oder Anregungen auftauchen, einfach ein kurzes Mail an post@quendelgruen.at senden.



Literatur:

Bechloch, A. (2015): The Glow - Naturkosmetik selber machen. Gräfe & Unzer Verlag

Bühring, U. (2021): Lehrbuch Pflanzenheilkunde. Karl F. Haug Verlag

Guthmann J., Fleischhauer S., Spiegelberger R.(2013): Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. AT Verlag

Nedoma, G. (2015): Bio Kosmetik, Biokosmetik - vegan, frisch, naturbelassen. Jan Thorbecke Verlag